" Stummfilme waren niemals stumm.
Der Mann am Klavier, der Geiger, der Geräuschemacher am Schlagzeug, das Salonorchester und die Sinfonieorchester: sie hatten damals genauso wie heute die Aufgabe – am besten live – dem stummen Geschehen auf der Leinwand einen hörbaren Ausdruck zu geben."  Günter A. Buchwald

Günter A. Buchwald ist einer der weltweit wenigen Spezialisten, der sich seit den 1970er Jahren diesem kreativen Spannungsfeld als improvisierender Musiker, als Dirigent und Komponist widmet. Er gehört damit zu den Pionieren der internationalen Renaissance live gespielter Filmkonzerte und gilt als Meister dieses Genres.
Er hat mehr als 2900 Filmkonzerte gespielt - als Solist auf Klavier, Orgel und Geige und als Dirigent von Symphonieorchestern und Kammerensembles oder mit seiner Silent Movie Music Company. Daneben hat er für sieben Filme eine neue Musik komponiert und rekonstruiert unvollständig erhaltene oder verschollene Originalmusiken wie z.B. "PANZERKREUZER POTEMKIN"

Als Dirigent arbeitet er mit großen Orchestern (Philharmonisches Orchester Freiburg, Bristol Ensemble, Tokyo Metropolitan Symphony Orchestra, Basler und Zuger Sinfonietta, Filarmonica Banatul Timisoara u.a.) und Kammermusikensembles, u.a. mit Giora Feidman und dem Arditti String Quartet, dem Jazzgitarristen Philippe Cathérine oder der Bratschistin Martha Moog, New York oder dem Prima Vista Social Club.
Die von ihm dirigierten ”Freiburger Filmharmoniker” und sein Quartett ”Silent Movie Music Company” zählen heute zu den international renommiertesten Ensembles für Stummfilm-Musi
k.
Zu den internationalen Film-Festivals, deren regelmäßiger Gast er ist, gehören die
Berlinale, Bonn, Bristol, Bologna, Pordenone, Zürich, Nottingham, New York, Seattle, Tokyo, Kyoto, Belgrad, Rom. Er ist musikalischer Direktor des Bristol Music Silent und ständiger Gastdirigent der Freiburger Philharmoniker
für Stummfilmkonzerte.

Buchwalds Repertoire von mehr als 2800 Stummfilmen umfaßt neben allen großen Stummfilmklassikern von Murnau, Lang, Lubitsch
und Pabst über Sergej Eisenstein zu René Clair, Buster Keaton und Chalie Chaplin auch viele Klassiker des japanischen Stummfilms.
Dabei gilt er auch als subtiler Interpret der Original-Musik von Chaplin-Filmen, u.a. "CITY LIGHTS" und "THE CIRCUS".

Da er sich auf seine szenengenaue Kenntnis der meisten der zur Zeit noch aufgeführten Stummfilme, seine vielfältiges
musikalisches Repertoire von Barock bis Avantgarde
und stilsicheres Improvisationstalent verlassen kann, interpretiert
er nicht nur originale Soundtracks oder eigenkomponierte Musik, sondern setzt häufig auch auf die ‘echte’
Solo-Improvisation
auf Geige, Klavier oder Orgel.

Seine erste eigene Originalmusik für einen Stummfilm schrieb er als Auftragskomposition für den japanischen Stummfilm
”Das Mädchen Sumiko”, mit der er das 10.Internationale Kyoto Filmfestival eröffnete. Es folgten
eine Auftragskompostion
für Murnaus ”FAUST”, die mit großem Erfolg 1999 in Tokyo Premiere hatte, und eine symphonische Musik für "Nosferatu",
2015 mit den Freiburger Philharmonikern uraufgeführt. Seine neue Musik zum Hollywood-Film "The Wind" mit Lilian Gish
in der Hauptrolle hatte 2017 beim  Festival von Cividale del Friuli und Silent Movie Festival  in Pordenone Premiere.
Eine neue Komposition für die französisch-russische Ko-Produktion "Casanova"  wird im April 2018 Premiere haben.
Seine Kompositionen für ”Paris qui dort”, ”A Propos de Nice” und
”Großstadtzigeuner” wurden im Rahmen des
RomaEuropa-Festivals 2002 Musica XXI in Rom uraufgeführt.


Buchwald ist Preisträger des Prix Européens und des Kulturpreises Freiburg. Er ist Lehrbeauftragter für Musikpädagogik
an der Musikhochschule Freiburg und Gastdozent für Filmmusik an den Universitäten Zürich und Freiburg.