Der italienische Pianist Roberto Prosseda hat sich durch seine feinfühligen, facettenreichen und vielfarbigen Interpretationen vor allem der romantischen Klavierliteratur international einen Namen gemacht.
Gleichzeitig wird er aufgrund seiner intensiven Suche nach Unentdecktem und Vergessenem, aber auch nach neuen Wegen der Musikvermittlung  gelegentlich als „Steve Jobs“ des Klaviers charakterisiert. 

So wurde er zunächst aufgrund seiner Wieder- und Neuentdeckungen von Klavierkompositionen Mendelssohns im Rahmen seines Zyklus „Mendelssohn Discoveries (mehr als 40 Uraufführungen zuvor unbekannter Kompositionen, darunter das 3. Klavierkonzert) international bekannt.

Im Juni 2014 schloß er sein Projekt einer Gesamteinspielung aller Solo-Klavierwerke Mendelssohns einschließlich vieler unbekannter oder unveröffentlichter Kompositionen mit dem achten und letzten Doppel-Album „da capo al fine ab, das auf einer 3. Bonus-CD auch wieder mehr als zehn Ersteinspielungen enthält.
 

2011 war Prosseda dann der erste Konzertpianist, der öffentlich sowohl Orchester- als auch Solo-Konzerte auf dem seit dem 19.Jahrhundert in Vergessenheit geratenen Pedalflügel spielte.

Er entdeckte das einstmals vielfältige Repertoire für dieses Instrument wieder und präsentierte in internationalen Erstaufführungen das Konzert für Piano-Pédalier und Orchester von Charles Gounod sowie die Solokompositionen des französischen Klaviervirtuosen Charles Valentin Alkan, Originalkompositionen von Schumann, Liszt, Mozart und Bach, aber auch moderne Kompositionen von Lombardi Morricone.

2013 veröffentlichte Prosseda bei Hyperion die Weltersteinspielung aller Werke für Pedalflügel von Gounod und ein Video mit Solowerken für Pedalklavier von Schuman, Boely, Alkan und Gounod., die beide exzellente Kritiken bekamen.

Seit 2015 arbeitet Prosseda an einer auf 6 Alben angelegten Gesamteinspielung aller Klavier-Sonaten von Mozart..

Auch hierbei folgt er wieder einem sehr speziellen Ansatz, indem er eine ungewöhnliche Kombination von Instrument und Stimmung gewählt hat: er spielt auf einem modernen Fazioli-Flügel mit historisch temperierter (ungleich schwebender) Stimmung, wie sie noch bis ins 19.Jahrhundert gebräuchlich war. In Verbindung mit dem Verzicht auf das Pedal erreicht er so einen transparenten, gleichzeitig sehr spielerischen  Ausdruck.

Das 1.Album mit den Sonaten 1-6 ist im April 2016 bei DECCA/Universal erschienen und erhielt einhellig herausragende Kritiken.

 

Seit 2012 gibt Prosseda auch Gesprächs-Konzerte zusammen mit dem sprechenden Roboter-Pianisten Teo Tronico zum Thema unterschiedlicher musikalischer Ausdruck- und Interpretationsformen, in denen er u.a. als „Ghost-Pianist“ und Dialog-Partner des Roboters fungiert.
Neben seinem pädagogisch-kritischen Ansatz zielt das Projekt auch auf ein breiteres, eher klassikfernes Publikum, vor allem aber auf Jugendliche und Kinder, die es im Zeitalter der elektronischen Medien in unterhaltsamer Form an klassische Musik heranführen will.


Vor dem Hintergrund seiner Überzeugung, dass klassische Musik ein Schatz ist, den es gilt, mit breiten Publikumsschichten zu teilen, hat Prosseda drei Dokumentarfilme produziert, die jeweils Mendelssohn (2009), Chopin (2010) und Liszt (2011) gewidmet sind und von EUROARTS vertrieben werden.

Sein erstes Buch, A Listening Guide to Piano Music“ (2012) ist bei Curci Editore (Italien) verlegt.

 

Prosseda ist der Gründer und Präsident der Mendelssohn Gesellschaft Italien  (www.associazionemendelssohn.it), die Mendelssohns musikalische Hinterlassenschaft auf vielfältige Weise propagiert.

Daneben hat er, in Zusammenarbeit mit der Mendelssohn Stiftung Leipzig eine neue iPhone App, „i-Mendelssohn,“ konzipiert und produziert.

Zu Prossedas Anliegen, das Miteinander-Teilen von Musik von allen Seiten und unter vielen Aspekten anzugehen gehört, auch die von ihm ins Leben gerufene Stiftung "Donatori di Musica" (www.donatoridimusica.it), ein Netzwerk von Ärzten und Konzertmusikern, die Konzerte in den onkologischen Abteilungen von Krankenhäusern organisieren. Ihre inzwischen 200 Mitglieder haben in den letzten 3 Jahren mehr als 150 Konzerte realisiert.

Trotz dieser zahlreichen Aktivitäten findet Prosseda aber nach wie vor Zeit  für seine intensive internationale Konzerttätigkeit mit mehr als 70 Konzerten im Jahr ebenso wie für seine rege Aufnahmetätigkeit mit inzwischen achtzehn Alben mit Werken von Mozart,Mendelssohn, Schumann, Chopin, Liszt und Gounod, aber auch Werken der italienischen Moderne, die von der internationalen Fachliteratur vielfach ausgezeichnet wurden.

Das Doppelalbum „Piano con fuoco“(2012) wurde für den Intern. Classical Music Award  nominiert und zehn seiner Einspielungen wurden für die “Golden Box” der Deutschen Grammphon ausgewählt (2012).


Zu den Highlights seiner Konzerttätigkeit zählen Auftritte mit Orchestern wie dem London Philharmonic, der New Japan Philharmonic,  dem Moscow State Philharmonic, dem Orchestra di Santa Cecilia, der Filarmonica della Scala und dem Leipziger Gewandhausorchester sowie seine Klavierabende auf internationalen Konzertpodien (u.a. der Philharmonie Berlin und dem Gasteig München)sowie im Rahmen großer Festivals wie den Serate Musicali Milano oder den Mendelssohn-Tagen im Gewandhaus Leipzig.

 Mit dem Gewandhausorchester unter Riccardo Chailly hat er auch eine vervollständigte Fassung des 3. Klavierkonzert von Mendelssohn eingespielt, die mehrere Kritiker-Preise erhielt.